Bürger der Vereinigten Staaten

[Amerika, 1781] Frühe Jahre der USA, und ein Happy End für Johann aus Hessen.

Endlich war der Krieg vorbei, und die Freude war groß, als Ambrose, Emmett und Simon gesund zurückkehrten. Auch Fritz, der Hesse, konnte nun bald nachhause zu seiner Familie.

Frieden und Anerkennung (1781)

Lange Zeit hatten die Amerikaner den britischen und hessischen Truppen kaum etwas entgegenzusetzen, doch dank der militärische Unterstützung Frankreichs und der Ausbildung durch den preußischen General Friedrich Wilhelm von Steuben siegten die Amerikaner 1781 in der entscheidenden Schlacht von Yorktown, und der englische Befehlshaber Cornwallis kapitulierte. Im Frieden von Paris 1783 wurden die Vereinigten Staaten als unabhängiger Staat anerkannt.

Eine glückliche Fügung

Johann freute sich mit ihnen, und doch fühlte er sich etwas verloren. Ambrose hatte ihn eingeladen, den „Merry Dragon“ mit ihm zu leiten und in einigen Jahren zu übernehmen, doch Johann zögerte. „Es ist wegen Emmett, nicht?“ meinte Ambrose, „Du denkst, dass er als mein Sohn nun den ‚Merry Dragon‘ übernehmen soll. Das ehrt Dich, aber.. weißt Du, Emmett war im Stab General Washingtons und jetzt möchte er natürlich beim Aufbau des eigenen Landes mitarbeiten, wie könnte ich ihm das verwehren? Er selber sähe es übrigens gerne, wenn Du bliebst, zumal“, Ambrose machte eine Pause und lächelte breit, „zumal Du ja seine Schwester Laurie sehr gerne magst und ich weiß, dass sie für Dich ebenso fühlt!“

Johann und Laurie heirateten im Garten des „Merry Dragon“, und bald darauf kamen ihre Kinder James und Jenny auf die Welt. Ein wenig traurig war Johann, dass sein Freund Jakob sein neues Glück nicht mit ihm teilen konnte, doch sie schrieben sich häufig. „Du glaubst nicht, wer gerade hier eine Rheintour gemacht hat“, stand in einem Brief von 1784, „Thomas Jefferson, der amerikanische Gesandte in Frankreich! Er ist ein sehr gebildeter Mann und interessiert sich auch sehr für den Weinbau.“

Die neue Hauptstadt Washington D.C. (1801)

Nach dem Sieg der Amerikaner gingen einige aufregende Jahre ins Land. 1787 wurde in Philadelphia die Verfassung der Vereinigten Staaten unterzeichnet, es war die erste demokratische der modernen Welt. Erster Präsident der USA wurde 1789 George Washington. Da er noch keinen festen Regierungssitz hatte, wurde zunächst New York und dann Philadelphia Hauptstadt. Am Potomac entstand die neue Hauptstadt Washington mit dem Amtssitz des Präsidenten, dem Weißen Haus. 1800 konnte Präsident John Adams einziehen. Ein Jahr später wurde Thomas Jefferson Präsident; er sorgte gleich dafür, dass sein Amtssitz Besuchern offen stand.

Die Library of Congress

An einem Sommersonntag traf sich Johanns Familie auf der Pennsylvania Avenue vor dem Weißen Haus, ganz gespannt darauf, den Amtssitz ihres Präsidenten zu sehen. Johann und Laurie wünschten sich nur, dass auch Lauries Vater Ambrose und seine Schwester Betty diesen Tag noch erlebt hätten, doch sie waren vor kurzem gestorben. Dann ging es weiter zum Kapitol, wo ihnen Emmett die Library of Congress zeigte, die gerade gegründeten Forschungsbibliothek des Kongresses. „Erst einmal müssen wir alles aufbauen“, erklärte er. James war fasziniert. „Wenn sie einmal fertig ist, haben wir das ganze Wissen der Welt dann zusammen“, staunte er, „wenn ich groß bin, möchte ich hier mitarbeiten!“

Die US Navy

Es war auch eine schöne Gelegenheit, Lauries Cousin Randolph zu verabschieden. Er war Offizier in der US Navy und würde bald mit seinem Geschwader ins Mittelmeer segeln und die Barbareskenstaaten bekämpfen, deren Piratenschiffe seit Jahrzehnten amerikanische Schiffe attackierten und die Seeleute gefangen nahmen. Da die jungen USA zunächst keine Seemacht hatten, zahlten sie Lösegelder und Tribute – was Jefferson, damals amerikanischer Gesandter in Frankreich, widerstrebte. Doch nun standen ihm starke Schiffe zur Verfügung, jetzt konnte er militärische Stärke zeigen und die Piraten schließlich in die Knie zwingen.

Bildnachweis
Das Bild ist aus der Deutschen Wikipedia, public domain section.

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