Die Bergmann Brüder Heinrich und Niklas in Castle Garden, New York

Rheinische Auswanderer in den USA

Geschichtsbücher berichten viel von Kaisern und Königen, Kurfürsten und Erzbischöfen, aber wenig von Menschen wie Ihnen und mir. Wir wissen nicht viel von den Menschen, die seit der frühen Neuzeit ihre geliebte Heimat verließen, weil sie Hunger und Not litten, oder ihrer Überzeugungen wegen verfolgt wurden. Deshalb graben wir hier ein bisschen tiefer.

In dieser Geschichte geht es um zwei fiktive Familien vom Rhein, die Tombachs und die Bergmanns, die sich in Nordamerika ein neues Leben aufbauen. Doch die Heimat behalten sie im Herzen, und die Verbindung zu ihren Angehörigen und Freunden in Deutschland reißt sie ab. Im Gegenteil, Über Generationen und über den Atlantischen Ozean hinweg hält die Familie zusammen - sie sind auf zwei Kontinenten zuhause. Wir werden sie durch die die deutsche und amerikanische Geschichte von der Zeit Ludwigs XIV. von Frankreich bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieg begleiten. Im Kapitel "Historischer Hintergrund" finden Sie umfangreiche Informationen zur Auswanderung nach Nordamerika.

Teil 1

Teil 2

Untertanen und Bürger

Untertanen und Bürger

Teil 2 führt in die Zeit Napoleons und der folgenden Jahre bittere Not und Unterdrückung.

Teil 3

Kriegsjahre

Kriegsjahre

Teil 3 spielt zur Zeit des Bürgerkriegs in den USA, In Deutschland beginnen die Einigungskriege.

Teil 4

Teil 5

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Der große Krieg

Zur Fortsetzung. Nach dem Tod von Lorenz Bergmann endet die Auswanderergeschichte im engeren Sinne. Dann brach der Erste Weltkrieg aus, und 1917 griffen die USA ein. Amerikanischen Truppen kamen nach Deutschland. Unter ihnen war auch […]

Epilog

"Ehe ich das Haus verließ, verweilte ich noch einen Augenblick in meinem Zimmer. Wir wohnten damals auf der Koblenzer Straße und von meinem Fenster hatte ich einen freien Blick auf den Rhein und das Siebengebirge, jene Aussicht,die an Lieblichkeit in der ganzen Welt ihresgleichen sucht. [..] Ich ließ alles liegen, wie es eben lag, kehrte der Vergangenheit den Rücken und ging meinem Schicksal entgegen.“

Carl Schurz beim Abschied von Bonn, Mai 1849

Einzubinden anstatt zu spalten

Eine wichtige historische Figur in dieser Geschichte ist Carl Schurz, ein Rheinländer, der nach der gescheiterten Revolution 1848/49 in die USA ging und dort ein bedeutender Staatsmann wurde. Bei der Recherche zur englischen Version der Geschichte stieß ich auf ein Interview mit Barack Obama im Harper's Magazine, in dem ich folgende Textpassage fand: "[..] es ist Zeit, sich daran zu erinnern, dass die Republikaner in der Vergangenheit weitaus besser waren. [..] einst erhoben sie den politische Dialog der Nation, gaben uns Hoffnung und predigten eine neue Form des Patriotismus, der danach strebte, einzubinden anstatt zu spalten, der Bildung wertschätzte und Ignoranz strafte, der die Freiheiten unserer verfassungsmäßigen Ordnung pries und Tyrannen und Sklavenhalter verfluchte [..] Unter diesen Republikanern [..] erinnere ich mich an Carl Schurz."

"Einzubinden anstatt zu spalten", das hat mich sehr bewegt. Heute wird der Zusammenhalt innerhalb einer Gesellschaft, innerhalb Europas und auch innerhalb der internationalen Staatengemeinschaft in immer drängenderen Worten beschworen, doch zugleich tun sich immer mehr Gräben auf. Nun wurde meine Geschichte etwas länger - ich wollte mehr von Menschen schreiben, die Offenheit, Toleranz und Mitgefühl leben. Schenken wir den mutigen und rechtschaffenden Menschen unsere Aufmerksamkeit, denn sie sind es, die uns Hoffnung geben und Mut machen - nicht die oft zerstörerischen Schlagzeilen.