Historische Personen

Im folgenden einige Zeilen zu den historischen Personen, die in den Texten erwähnt sind.

Napoleon Bonaparte, Kaiser der Franzosen

Schon 1797 hatte Kaiser Franz I. die Rheingrenze anerkennen müssen, seit dem Frieden von Lunéville 1801 gehörte das linke Rheinufer zu Frankreich. Mit der Gründung des Rheinbundes 1806 war der Alte Reich de facto erloschen, die Erklärung durch den Kaiser selbst war nur noch Formsache. Unter Napoleon entstand 1806 das Großherzogtum Berg als Modellstaat für die Rheinbundstaaten. Als Großherzog setzte er seinen Schwager und Reitergeneral Joachim Murat ein; später übernahm er selbst. Auch im Großherzogtum Berg galt Napoleons Gesetzeswerk.

Friedrich Wilhelm III., König von Preußen

Auch Preußen hatte eine verheerende Niederlage gegen Napoleon hinnehmen müssen. Erst nach der Katastrophe in Russland verbündete der König sich mit den anderen Mächten. Nach dem Sieg über Napoleon ritt er mit Kaiser Franz von Österreich und Zar Alexander I. von Russland in Paris als Sieger ein. Der Wiener Kongress 1814/15 sprach ihm die Rheinlande zu. Mit diesen Untertanen konnte er nie recht warm werden. Die Jahre von 1815-1848, der Vormärz, waren eine Zeit großer Not und politischer Unterdrückung.

Friedrich Wilhelm IV. von Preußen

Als Kronprinz war er gerne an den Rhein gekommen; er hatte geholfen, den Drachenfels mit der Ruine vor den Steinbrechern zu retten. Als König setze sich an die Spitze der Vereine zur Vollendung des Kölner Doms. Doch Friedrich Wilhelm IV. war tief vom Gottesgnadentum erfüllt. Die Märzrevolution 1848 brachte auch ihn zunächst aus der Fassung, das Blutvergießen hatte er nicht gewollt. Doch die ihm angebotene Kaiserkrone aus der Hand der Volksvertreter lehnte er ab. Es folgte eine Zeit der Reaktion.

Prof. Gottfried Kinkel und Carl Schurz

März 1848

Der gebürtige Oberkasseler Kinkel (1815-1882) war ein geachteter Professor an der theologischen, später der philosophischen Fakultät der Bonner Universität und glücklicher Ehemann seiner Frau Johanna. Mit seiner Frau Johanna hatte er einen Literaturzirkel gegründet, und aufgeschlossene Menschen trafen sich ihn ihrem Haus. Zu ihrem Kreis gehörte später auch Kinkels Student Carl Schurz (1829-1906). Die Märzrevolution brachte den demokratisch gesinnten Kinkel dazu, mit der schwarz-rot-goldenen Fahne in der Hand in die Politik zu gehen.

Er gründete demokratische Vereine, kandidierte für die deutsche Nationalversammlung und die preußische Nationalversammlung in Berlin, und wurde 1849 in die Abgeordnetenkammer des preußischen Landtags gewählt. Da war die Revolution schon im Scheitern begriffen. Als die Abgeordnetenkammer die Paulkirchenverfassung anerkannte, löste Friedrich Wilhelm IV. sie auf.

1849

Tief enttäuscht schlossen sich Kinkel und Schurz dem bewaffneten Aufstand an. Als schon der geplante Sturm auf das Siegburger Zeughaus kläglich scheiterte, schlugen sich beide einzeln nach Baden durch, um sich dem Aufstand dort anzuschließen. Dort, so hoffte man, hätten die Demokraten vielleicht noch eine Chance. Doch längst waren preußische Truppen unter Prinz Wilhelm unterwegs, den Aufstand niederzuschlagen. Ihnen hatten die Aufständischen nichts entgegenzusetzen. Kinkel wurde verletzt und festgenommen, ein Standgericht hielt die Todesstrafe für angebracht, wies zugleich aber darauf hin, dass dem preußischen Staat durch Kinkel kein Schaden entstanden sei und legte eine lebenslange Festungshaft nahe. Auf Bitte vieler Menschen milderte König Friedrich Wilhelm IV. das Urteil, aber zu lebenslangem Zuchthaus wie ein gemeiner Verbrecher.

Rastatt

Als letztes hielten die Aufständischen die Festung Rastatt. Auch Carl Schurz war hier eingeschlossen und rechnete mit allem. Als preußischem Staatsbürger drohte ihm die Todesstrafe. Nach einer dreiwöchigen Belagerung wurde die Festung am 23. Juli 1849 übergeben, um Schlimmeres für die Zivilisten zu verhindern. Gleichwohl verhängten die Eroberer schwere Strafen gegen diejenigen, derer sie in der Stadt habhaft wurden, und 19 Todesurteile wurden in den Festungsgräben durch Erschießen vollstreckt. Carl Schurz und zwei Freunde waren im letzten Monat durch einen Abwasserkanal entkommen; sie flüchteten über den Rhein nach Frankreich.

Flucht nach England

Viele Menschen waren empört über die Behandlung Kinkels und sammelten Geld, um seine Familie zu unterstützen. Heimlich hatte Johanna Kinkel Carl Schurz gebeten, ihren Mann aus dem Zuchtshaus zu befreien. Auch er erfuhr heimlich Unterstützung.

In der Nacht vom 6. auf den 7. November 1850 konnte er in einer gewagten Aktion mit Unterstützung eines Gefängniswärters seinen Freund Kinkel aus dem Zuchthaus in Spandau befreien. Die beiden flohen durch Mecklenburg über Rostock und Warnemünde außer Landes, gingen an Bord eines Rostocker Reeders und gelangten am 1. Dezember 1850 in die schottische Hauptstadt Edinburgh, von wo sie per Bahn nach London weiterreisten.

Kinkel wollte sich in London ein neues Leben aufbauen. Im Januar 1851 folgte Johanna Kinkel mit den vier Kindern ihrem Mann nach London. Ihnen blieben nicht mehr viele Jahre, 1850 starb Johanna. Einige Jahre später heiratete Kinkel noch einmal. 1866 nahm er eine Professur für Kunstgeschichte in Zürich an, hier verstarb er auch 1882.

Schurz in den USA

Carl Schurz reiste weiter nach Paris, hier wollte er bleiben. Doch im Frankreich Kaiser Napoleons III. war der Revolutionär aus Deutschland bald nicht mehr willkommen, er wurde ausgewiesen und ging wieder nach London. Dort lernte er seine Frau Margarethe kennen. Gemeinsam gingen sie 1852 in die USA. Auch hier engagierte sich Carl Schurz und wurde ein engagierte Mitstreiter, ja sogar fast ein Freund Abraham Lincolns. im Kabinett Hayes war er von 1877 bis 1881 „Secretary of the Interior“. Bis zu seinem Lebensende war er ein geachteter, aber unbequemer Politiker. Er starb 1906 in New York.

Wilhelm I., König von Preußen und Deutscher Kaiser

Wäre es 1848 nach ihm gegangen, hätte man „die Aufrührer mit Kartätschen zusammen-geschossen“. Nach der Niederschlagung des Aufstands in Baden und der Pfalz ging Wilhelm als Militärgouverneur der Rheinprovinz mit seiner Gattin nach Koblenz. 1858 übernahm er die Regentschaft für seinen schwerkranken Bruder, 1861 folgte er ihm auf den Thron. Nach der Reichsgründung war Wilhelm deutscher Kaiser, und viele Menschen sahen in dem ehemaligen „Kartätschenprinzen“ einen bescheidenen, hart arbeitenden und gerechten Landesvater.

Otto von Bismarck

Mit der Reichsgründung war der Wunsch vieler Menschen in Erfüllung gegangen. So sehr man Bismarck dankte für seine Außenpolitik, die dem Reich Jahrzehnte des Friedens brachte, so umstritten war seine Innenpolitik. Das Reich wäre in Wirklichkeit nur ein erweitertes Preußen, sagte August Bebel einmal. Die Sozialisten, die Katholiken und alle, durch die er seinen Staat gefährdet sah, bekämpfte er mit aller Härte. In den 1880er Jahren brachte er gegen heftigen Widerstand seine Sozialgesetzgebung durch, damals die fortschrittlichste in Europa.

Wilhelm II.

Der letzte deutsche Kaiser war ein Mensch voller Widersprüche. Seine kraftmeierischen, oft entgleisenden Reden haben das Bild von ihm geprägt. Doch innerlich war er sehr unsicher; sein von Geburt an verkümmerter linker Arm ließ ihn keinen Frieden finden. Vielleicht gehörte die Studentenzeit in Bonn zu den glücklicheren Zeiten seines Lebens. Unter Wilhelm II. wurde das das Deutsche Reich zum High-Tech-Standort, doch zugleich war es ein konservativer Obrigkeitsstaat. Und es strebte nach Weltgeltung.

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