Hungerkatastrophe 1845/47

Aus dieser Zeit lesen wir von Schicksalen, die uns heute noch betroffen machen. Viele Menschen waren sehr arm, Kleinbauern ebenso wie Industriearbeiter. Sommer und Winter waren sehr kalt.

Missernten und Hungernot

Nachdem es 1845 und 1846 Missernten bei den Grundnahrungsmitteln Getreide und Kartoffeln gegeben hatte, wurden die Lebensmittel knapp, und viele Menschen litten Hunger. 1847 kam es zu einer Versorgungskrise.

Den Gemeinden fehlt das Geld, um bedürftige Familien zu unterstützen. Karl Marx, ein gebürtiger Trierer, schrieb als politischer Journalist bei der „Rheinischen Zeitung“ in Köln über die verzweifelte Lage der Bauern in der Eifel und dem Hunsrück und der Weinbauern an der Mosel.

„Potato famine“ in Irland (1845-1848)

In vier aufeinander folgenden Jahren hatte die Kartoffelfäule die Kartoffelernten vernichtet, und mehr als ein Drittel der Bevölkerung hatten ihr Grundnahrungsmittel verloren. Es war eine Katastrophe ungeheuren Ausmaßes: eine Million Iren starben, eine Millionen zogen nach Nordamerika.

Die englische Regierung hätte helfen können, tat es aber nicht. Die hungernden Iren mussten hilflos zusehen, wie englische Landbesitzer die wenigen Kartoffeln, die sie so dringend brauchten, nach England verschifften. Es kam noch schlimmer: Die Getreideernte, die sie hätte ernähren können, wurde ebenfalls exportiert, genauso die Milchprodukte, die sich die mittellosen Iren nicht leisten konnten.

Viele Entscheidungsträger in Westminster hegten keine Sympathien für die als rebellischen geltenden Iren, im Gegenteil. Wenn die Iren auf ihre althergebrachte Lebensweise nicht überleben konnten, so argumentierten sie, dann war es ihre eigene Schuld. Freihandel bedeutete das Überleben der Stärksten.

Massenemigration

In den Jahren von 1845/1847 bis 1855 kam es zur größten Massenemigration des 19. Jahrhunderts nach Nordamerika, allein im Jahre 1847 waren es 80.000 Menschen. Im bitterarmen Hessen und der Pfalz wanderten ganze Dörfer nach Amerika aus. Manche Regierungen, vor allem in Südwestdeutschland, förderten die Auswanderung, um die soziale Krise zu entschärfen. Ab 1850 schob man mittellose Menschen aus Baden und Württemberg sogar nach Amerika ab.

Gold in Kalifornien

Die USA dehnten ihr Staatsgebiet immer weiter nach Wesen aus. Im Oregon-Vertrag von 1846 teilten Großbritannien und die USA das bisher gemeinsam verwaltete Gebiet im Nordwesten auf: der Norden kam zu Kanada, der Süden zu den USA. Später entstanden hier die Bundesstaaten Oregon, Washington und Idaho.

1848 zog der Kalifornische Goldrausch Hunderttausende an die Westküste. Kalifornien wurde 1850 in die Union aufgenommen. Immer mehr Menschen zogen als Pioniere in den Westen.

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