Die Revolutionäre 1848/49

Marktplatz Bonn, Kinkel und Schurz
Marktplatz Bonn, Kinkel und Schurz

Rheinische Auswanderer, Gottfried Kinkel und Carl Schurz. Die große soziale Not und die  Wut gegen die Restaurationspolitik brachen sich schließlich in der Märzrevolution 1848/49 Bahn.

Professor Gottfried Kinkel und Carl Schurz

Gottfried Kinkel (1815-1882) aus Oberkassel war ein geachteter Professor an der theologischen, später der philosophischen Fakultät der Bonner Universität. Mit seiner Frau Johanna hatte er einen Literaturzirkel gegründet, und aufgeschlossene Menschen trafen sich in ihrem Haus. Später gehörte auch Kinkels Student Carl Schurz (1829-1906) zu ihrem Kreis..

Kinkel war demokratisch gesinnt. Die Märzrevolution brachte ihn dazu, mit der schwarz-rot-goldenen Fahne in der Hand in die Politik zu gehen, und er kandidierte für die deutsche Nationalversammlung und die preußische Nationalversammlung in Berlin.

Die Nationalversammlung scheitert

Doch während die Nationalversammlung noch diskutierte, wurde sie von der Realität eingeholt. Im November/Dezember 1848 setzten sich in Wien und Berlin die Regierungstruppen durch. Als im  April 1849 die Nationalversammlung endlich eine Verfassung verabschiedete und König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen die Kaiserkrone antrug, war es längst zu spät. Der König lehnte ab und brachte damit das Werk der Nationalversammlung endgültig zum Scheitern.

Badisch-pfälzischer Aufstand

Schließlich brachen neue Kämpfe aus. Eine zweite Aufstandsbewegung vor allem in Sachsen, Baden, der preußischen Rheinprovinz mit Westfalen und der bayerischen Rheinpfalz wollte die Fürsten zur Annahme der Verfassung zwingen. Im Großherzogtum Baden hat sich fast die ganze Armee dem Aufstand angeschlossen, daher rief Fürst Leopold von Baden rief preußische Soldaten zu Hilfe.

Auch Kinkel und Schurz kämpften im badisch-pfälzischen Aufstand mit. Aber die Freischärler hatten den preußischen Truppen unter Prinz Wilhelm nichts entgegenzusetzen. Kinkel wurde verletzt und geriet in Haft. Schurz war mit anderen Aufständischen in der Festung Rastatt eingeschlossen. Am 23. Juli 1849 war die Lage aussichtslos; und so kapitulierten die Aufständischen, um wenigstens der Zivilbevölkerung weiteres Leid zu ersparen. Als preußischem Bürger drohte Schurz die Exekution, doch mit viel Glück entkam er im letzten Moment durch einen Abwasserkanal.

Befreiungsaktion

Ein Jahr später am 7. November 1850, befreite Schurz Kinkel in einer tollkühnen Aktion aus dem Zuchthaus in Spandau, beide flohen und lebten eine Weile in England. Dann entschloss sich Carl Schurz, mit seiner Frau Margarethe nach Amerika auszuwandern.

„Forty-Eighters“

In der Heimat drohte den Aufständischen nun ein Leben als politisch Verfolgte, Zuchthaus oder gar die Todesstrafe. Viele flohen ins Ausland, allein im Großherzogtum Baden waren es 80.000 Menschen.

Viele von ihnen gingen in die USA. „Forty-Eighters“ nannte man sie dort, unter ihnen so bekannte Namen wie Friedrich Hecker, Franz Sigel, Fritz Anneke, Lorenz Brentano und Carl Schurz.

Viele von ihnen setzten sich aktiv für die Wahl Abraham Lincolns zum US-Präsidenten ein, ergriffen Partei gegen die Sklaverei und traten im Sezessionskrieg freiwillig der Armee der Nordstaaten bei. Der ehemalige badische Revolutionär Franz Sigel wurde Generalmajor. Unter seinem Kommando kämpften Vater und Sohn Hecker mit ihrer Freiwilligeneinheit aus deutschen Auswanderern.

Einige „Forty-Eighters“ stiegen in hohe politische Ämter auf. Carl Schurz wurde Senator von Missouri und schließlich „Secretary of the Interior“ im Kabinett von Präsident Hayes. Lorenz Brentano war Präsident des Stadtrats seiner Wahlheimat Chicago, Kongressabgeordneter in Washington, D.C. und US-amerikanischer Konsul in Dresden.

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Interne Links: Märzrevolution in Deutschland
Externe Links: Wikipedia, Gottfried Kinkel | Wikipedia, Carl Schurz

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