Pennsylvania

[Amerika, 1715] Zusammen beginnen sie am Brandywine Creek ein neues Leben.

Lady Meredith‘ Landhäuschen war ein Schmuckstück geworden. In gemeinsamer Arbeit mit seinen Freunden und Lady Meredith‘ Schwager Lord Ruben, der sie freundlich willkommen geheißen hatte, waren zügig ein Anbau und kleine Wirtschaftsgebäude entstanden, denn sie wollten das Land bestellen. Andreas, den die meisten inzwischen Andy nannten, hatte aus einigen älteren Möbeln Schmuckstücke gezaubert. Anton wanderte durch die behaglichen Räume und sah in die glücklichen Gesichter seiner Freunde. Auch er war zufrieden. Sein Leben daheim war aus den Fugen geraten, doch er hatte Freunde gefunden, und dank ihnen konnte er hier in der Neuen Welt gleich auf eigenen Beinen stehen.

Mennoniten in Pennsylvania (1715)

Lord Ruben, ein sehr toleranter Mann, knüpfte Kontakte zu den Mennonitengemeinden in Pennsylvania und fuhr selbst mit Andy dorthin, um vielleicht entfernte Verwandte zu finden. Überall bemühte man sich freundlich um sie, doch es gab keine lebenden Verwandten von Andy mehr. „Danke, dass Ihr mir geholfen habt“, sagte der Junge auf dem Rückweg zu Lord Ruben, „diese Menschen leben sehr zurückgezogen. Wird das immer so bleiben?“ „Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht“, antwortete Lord Ruben, „einige werden sich vielleicht unserem Leben etwas öffnen, andere werden für sich bleiben wollen. Aber vergiss‘ nie, dass die Gemeinschaft der Mennoniten ein Teil Deines Erbes ist, und ehre es, was auch immer andere Religionen Dir sagen mögen.“

Brandywine Creek (1715)

Andy und Anton ließen sich ganz in der Nähe am Brandywine Creek nieder. „Brandywine“, hatte Bradock gesagt, „Brandy und Wine, wenn das nicht ein Plätzchen für uns ist!“ Anton hatte sich gleich wohlgefühlt. „Hier ist es fast wie zuhause im Siebengebirge am Mirbesbach. Auf dem Rückweg sind wir da entlang gegangen. Oben in den Bergen haben wir unser Holzschiffchen auf das Wasser gesetzt und ihm den ganzen Weg hinab ins Tal nachgeschaut. „Na denn“, sagte Bradock, „dann kannst Du das bald unseren Kindern und Enkelkindern zeigen!“

Bildnachweis
Das Bild ist aus der Deutschen Wikipedia, public domain section.

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